Wortlos.

In den letzten Monaten war hier eine große Stille. Und tatsächlich hatte ich das Gefühl nichts zu sagen zu haben. Keine Kraft zu haben, keine Worte zu haben.

Nach dem Ende meiner Elternzeit musste sich hier alles zurechtruckeln, das Leben als Familie mit zwei arbeitenden Eltern und zwei Kleinkindern hielt und hält einige Hürden für uns bereit. Meine Freiberuflichkeit lief an und ich muss mich und meinen „Workflow“ noch finden in diesem ganzen #mompreneur – Dschungel.

Zu oft war ich gestresst, müde, leer. Und auch wütend. Über diese (gefühlte) Unmöglichkeit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf  für alle Beteiligten gut hinzubekommen. Zu oft blieb jemand auf der Strecke, allzu oft war das ich.

Meist fühlte ich mich abends einfach leergesprochen. Ich habe jeden Tag mit so vielen Menschen zu tun, höre zu, merke mir Namen (ich bemühe mich mir alle zu merken, verzeiht bitte, wenn das nicht immer klappt) Geschichten, Familienkonstellationen, Schicksale, sehe (und fühle!) Tränen, versuche sie zu trocknen oder meine Hand zum Trost anzubieten. Und manchmal macht mich das ganz schön fertig. Einen gesunden Umgang mit all dem Gemenschel möchte ich noch lernen.

Auch der Umgang mit diesem „selbst“ und „ständig“ fällt mir noch schwer. Es gut sein zu lassen ist nicht meine Stärke. Als Selbstständige und als Mutter gibt es immer was zu tun. Ständig das Handy in Reichweite, to do Listen im Hinterkopf, abends die Frage: Habe ich alle Punkte erledigt?

So weit so düster.

Aber es wird besser. Ich habe großartige Menschen um mich herum, die mir Vorbilder sind, von denen ich mir Dinge abschaue. Ich lerne, jeden Tag. Und ich lerne am besten im Tun. Und in kleinen Schritten.

Innerfamilär bedeutet das zum Beispiel, dass der Freund, das Mädchen und ich uns zusammensetzten und die für jeden wichtige Familienregeln aufgeschrieben haben. Für den Minimann haben wir uns gemeinsam Dinge überlegt, die ihm wichtig sein könnten. Hierbei ging es nicht um irgendwelche Verbote, eher darum, was wir tun können, dass sich unser Alltag entspannt, das wir mehr Zeit gemeinsam oder auch mal allein für uns haben, Dinge tun, die uns gut tun. Auch wie wir miteinander reden wollen wurde neu verhandelt.

Für mich ist ein wichtiger Punkt: Wieder mehr zu schreiben, mir hilft das Aufschreiben sehr mich zu fokussieren und die Dinge zu ordnen. Also lest ihr sicher nun wieder mehr von uns!

Die Worte kommen langsam wieder…

 

Ein Gedanke zu “Wortlos.

  1. Iris Steger schreibt:

    Ich hab mich so auf deinen nächsten Artikel gefreut und du weißt ja, dass das auch mein Thema ist – die Vereinbarkeit… *seufz*
    Es ist schwierig bis unmöglich, allem gerecht zu werden. Und diese kleinen Schritte sind so wichtig und heilsam. Wenn man merkt, dass es voran geht, dass eine wichtige Baustelle plötzlich kein Thema mehr ist.
    Danke für deine neuen Worte!! 🙂

    Gefällt 1 Person

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