(Groß-)Muttertag 

Seit einiger Zeit hat sie einen neuen Namen. 

Oma. 

Ich sage ihn häufiger als die eigentliche Bedeutung, die sie für mich hat. 

Mama. 

Sie ist da, wenn ich sie brauche. Hilft, wo sie nur kann. Sagt „irgendwann wird es besser“, wenn ich wiedermal nicht in Ruhe mit ihr telefonieren kann, weil beide Kinder wie magnetisch von mir angezogen werden sobald ich das Telefon in der Hand habe. Verordnet mir Mittagschlaf, wenn der Minimann nachts mal wieder schlecht schläft. Bürstet mir, fast dreißig Jahre alt, die Haare, weil ich momentan zu oft nicht dazu komme. 

Bemuttert mich. Begroßmuttert meine Kinder. 

Passiert etwas wichtiges in meinem Leben möchte ich mit ihr zuerst sprechen. Sehe ich in den Spiegel, sehe ich sie in mir. Sind wir gemeinsam unterwegs werden wir eher für Schwestern gehalten, als für Mutter und Tochter. Früher fand ich das doof. Heute bin ich froh über diese junge taffe Frau, die meine Mutter ist. Die meinem großen Mädchen einfach so Fahrrad fahren beibringt und den ganzen Tag neben ihr her flitzt. Die mein 12 Kilo schweres Baby durch den Wald trägt und glücklich ist, wenn es bei ihr einschläft. Die sich aufrichtig und mit ganzem Herzen freut eine Oma zu sein und stolz jedem von ihren zwei Enkelkindern erzählt. Die fast noch stolzer von ihrer Tochter und ihrer Arbeit erzählt und am liebsten jeder Schwangeren meine Karte in die Hand drücken will. 

Die sieht, das ich viele Dinge anders mache, als sie. Die das aber meist voll okay findet. Der Weg zu diesem gegenseitigen Akzeptieren und Respektieren war holprig und wir kamen auch mal ins Stolpern. Auch Großmutter werden ist schwer. Und die eigene Mutter ein Stück weit abzugeben auch.

Oft frage ich sie, wie das in ihrer Zeit als Mutter war. Wie sie bestimmte Dinge gemacht hat und dann kommen wir ins erzählen. Mittlerweile zum Glück nicht mehr ins rechtfertigen. Zeiten und Ansichten ändern sich.

Wir sind die Mütter unserer Kinder und dennoch Mutter und Tochter. 

Mama, danke. Danke für dein Dasein, für dein großes Herz, dein lautes Lachen, für deine starken Arme und deine noch stärkeren Schultern.

2 Gedanken zu “(Groß-)Muttertag 

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