1, 2, 3 im Sauseschritt…

Wenn mich jemand fragt „Und wie ist das so mit zwei Kindern?“ Kommt da oft ganz viel Plüsch und rosa-rot aus meinem Mund. Und ja: es ist wirklich oft plüschig und rosa und hat ganz viele Herzchen in den Augen. Und manchmal ist es so: 

Es ist 5 Uhr. Der Minimann ist nach einer unruhigen Nacht endgültig wach, entdeckt im Halbdunkel die schlafende Schwester und brabbelt fröhlich los, geht zum Angriff über. Ich streichle (*hust schubse) den Freund wach. Er schnappt sich den kleinen Krawallmann und steht mit ihm auf. Ich drehe mich zum Mädchen und schlafe sofort wieder ein, um dann knapp eine dreiviertel Stunde später vom lautstark in der Küche erzählendem Minimann geweckt zu werden. Kurz darauf wird auch das Mädchen wach und wir philosophieren über den Minimann und seine Lautstärke. Das Mädchen verlangt Apfel und picknickt im Bett. Der Minimann turnt derweil auf mir rum. Der Freund raunt mir zu „Kaffee?“ Ich brumme und nicke. 

6.30 Uhr wir stehen auf. Der Kaffee ist fertig. Das Mädchen hüpft mit dem Nachthemd um den Kopf gewickelt nackig durch die Wohnung und zieht sich nach dem 10. Anlauf endlich an. Heute ist sie mit ihrem ersten Outfit zufrieden (puh!). Der Minimann ist müde und möchte eigentlich schlafen. Eigentlich. Ich binde ihn mir auf den Rücken und schaffe es endlich mal ins Bad. Zwischendurch ein Schluck Kaffee. Wäsche in die Maschine, Wohnung lüften, Bett machen. 

Das Mädchen hat Hunger und will was essen, SOFORT. Ich komme ins Zimmer, überall Papierschnipsel und sie hat sich Sommersprossen auf die Nase gemalt. Mit Kugelschreiber. Heute ist sie Pippi Langstrumpf, entscheidet sie. Öh ok.

Wir verabschieden den Freund. Es ist 7.30 Uhr. Ich bin immernoch im Schlafanzug. Der Minimann plappert auf meinem Rücken und lässt sich nicht von meinem Einschlafgetanze beeindrucken. Ich setze ihn nochmal ab und hüpfe in die Jeans, ziehe den Minmann an, frisiere das Mädchen, wir putzen zu dritt die Zähne und ich binde den angezogenen Minimann auf den Rücken. Das Mädchen hüpft mit einem Bein in der Hose im Flur rum. Schuhe an. Und dann: Der Minimann muss mal und motzt. Aaaalso (ommmmm): Ausbinden, Schuhe aus. Ausziehen, abhalten, anziehen, einbinden. Dem Mädchen beim Jacke anziehen helfen. Tasche geschnappt und los. Draußen freut sich meine ganz persönliche Pippi über den letzten Minihaufen Schnee und stürzt sich drauf. Ihh! Das war kein Schnee. Ich gucke nicht näher hin, fummle Waschlappen aus dem Tasche. Das Mädchen beginnt lautstark zu singen und fordert mich auf mitzumachen. Der Minimann findet uns ziemlich lustig. Die anderen Menschen auf der Straße auch. Nun ja. Im Bus fällt dem Minimann auf, das er JETZT SOFORT müde ist. Ich hüpfe ein wenig auf und ab. Das Mädchen erzählt mir von ihrem Traum (Eichhörnchen in der Wohnung – „ist eine gute Idee, oder Mama?“) Schwitz. Zum Glück hab ich noch immer mein Schlafanzugoberteil an und spare so Wäsche, denke ich kurz. 

8.30 Uhr. Das große Kind schubst mich aus dem Kinderladen, der Minimann ist noch immer wach. Ich beschließe die zwei Kilometer nach hause zu laufen, mein Magen knurrt, die Motzgurke motzt und will schlafen,  wenn das nur nicht soooo schwer wäre, so eingekuschelt, satt und sauber. Wie das so ist, schläft er direkt vor der Haustür ein und wie durch ein Wunder lässt er sich auf dem Bett ablegen  und schläft weiter. 

Es ist 9 Uhr. Mein kalter fast noch voller Kaffee und eine ziemliche volle to-do-Liste warten auf mich. Guten Morgen! 

Ein Gedanke zu “1, 2, 3 im Sauseschritt…

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