Es geht so schnell.

Der häufigste Satz, den wir Eltern aussprechen. Wir sagen ihn zueinander. Zu unseren Kindern. Zu den Freunden mit ihrem Neugeborenen. 
Es geht alles so schnell. Eben war dieses kleine du und ich noch im Bauch, ganz nah und plötzlich ist es geboren. Zu schnell verfliegt diese süße entschleunigte Zeit des Wochenbetts. Das Baby wird immer größer (und schwerer) und mobiler und der Familienalltag spielt sich ein. Und irgendwann ist das Babyjahr mit all den durchwachten Nächten, all den neuen Fähigkeiten, all den Schüben und ersten Malen an einem vorbei geflogen. Und dann beginnt das Abenteuer Kleinkindzeit und es kommen neue erste und auch einige letzte Male und viele „ich kann das schon alleine“. 

Und gerade, wenn die Nächte ruhiger werden und wenn man ganz mutig und ein bisschen verrückt ist, schleicht sich da so ein Gedanke ein. Und wird ein Wunsch und mit etwas Glück (und wenn das Kleinkind denn dann schläft) zeichnet sich da eine zweite kleine rosa Linie ab und es zeigt sich irgendwann ein starkes schlagendes Herz. Wieder trifft die Liebe und die Vorfreude und die Aufregung. Alles geht irgendwie schneller als beim ersten Mal und es gibt nur eine Handvoll Fotos vom wachsenden Bauch, wo es doch beim ersten Mal eine richtige Galerie war. Mit einer Hand auf dem Bauch und einer kleinen Hand in der eigenen geht es immer beschwerlicher durch den bunten, lauten, aufregenden Familienalltag.

Auch in der Wiederholung überrollt einen diese absolute Grenzerfahrung Geburt: kraftvoll und wundersam. Die Liebe kommt auf kleinen Füßen. Ein zweites Mal gibt es viele erste Male: das erste Lächeln, die ersten Zähne, wieder krabbelt man auf allen vieren durch die Wohnung, um sie abzusichern und stellt dabei fest, dass das große Kind zu viele Murmeln hat. Und überhaupt zu viel Kleinzeug rumfliegt. 

Nach einem halben Jahr hat sich alles eingespielt. Und bei all dem Trubel in einer Familie mit zwei Kindern gibt es auch mal Momente des Durchatmens. Und dann kommt er, der Gedanke: Es geht so schnell. 

Trotz der zweiten ersten Male gibt es auch kleine Premieren: Wenn zu kleine Kleidung, voll mit Erinnerungen und diesem süßen Babyduft, verkauft oder weitergegeben wird, statt aufgehoben zu werden. Wenn man über den gezeichneten Bauch streicht und denkt, das dies nie wieder das erste Zuhause eines kleinen Menschen sein wird. Wenn man über den Boden geht, der der Geburtsort seines Kindes ist und einem bewusst wird, das man nie wieder ein Kind gebären wird. Die Erkenntnis komplett zu sein, trifft und schmerzt ein bisschen. 

Es geht so schnell. 

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Mittlerweile passt der Minimann natürlich nicht mehr in die Familienwiege und er trägt bereits die Kleidung, die das Mädchen mit knapp 2 trug. 

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