Über Vergleiche.  

Der Minimann ist nun 5 Monate alt – er dreht sich nicht. Er rollt ein bisschen nach links, er rollt ein bisschen nach rechts. Er hat Spaß an den Geräuschen, die da aus seinem Mund kommen. Vor Geräuschen in seiner Umgebung, vor allem vor plötzlichen (das Mädchen) erschreckt er sich dagegen meist sehr. 

Obwohl ich mich gerade intensiv mit der Bewegungsentwicklung von Babys und Kleinkindern beschäftige und theoretisch weiß, wie unterschiedlich Kinder sind, tue ich es doch: ich vergleiche. Und manchmal sorge ich mich auch. Denke über Blockaden nach und frage gute Freundinnen und dann möchte ich fast googeln. Und dann denke ich: Verdammt, wer bist da gerade eigentlich und was lässt dich so denken? Es ist ein bisschen Angst und ganz viel Liebe, die da so Hand in Hand gehen und die sich im Elternleben irgendwie auch nie loslassen werden. 

Und natürlich vergleiche ich den Minimann auch mit der großen Schwester. Sie war motorisch und sprachlich einfach schon immer ein totaler Überflieger. Extrem schnell in allem, so dass wir Eltern häufig nicht hinterher kamen und sie selbst auch nicht. Das Mädchen ist auch ein völlig anderer Charakter: Wild und laut und ungestüm. Wahnsinnig selbstbewusst, kontaktfreudig und präsent. Sehr deutlich mit ihren Gefühlen und voller Urvertrauen in jeden der ihr begegnet. Häufig stehe ich schweigend daneben während sie sich mit unserer Bäckerin oder dem Obstmann über Neugigkeiten unterhält. 

Und wieder: ich weiß, das jedes Kind anders ist. Dennoch fragte ich mich schon in der Schwangerschaft mit dem Minimann, was da für ein Bübchen in unsere Familie kommt. Eine Bekannte fand dafür schöne Worte: Er wird den Platz besetzen, der bei euch in der Familie noch frei ist. Und das stimmt. Er ist unser Seelchen. Sensibel und etwas ängstlich. Er beobachtet lieber und braucht nach Aufregungen deutlich mehr Kuschelzeit als die große Schwester. 

Was wir tun können ist nur: Raum und Vertrauen geben für all die Entwicklungen die da irgendwann kommen werden. Mehr nicht. Da bringt alles vergleichen nichts. 

Und gerade als ich mir in der Küche einen Kaffee machte und beim Schreiben pausierte, lag der Minimann plötzlich nicht mehr auf dem Bauch, sondern auf dem Rücken, als ich wieder den Raum betrat. Und er sah dabei ziemlich stolz und ein bisschen schelmisch aus. 


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Ein Gedanke zu “Über Vergleiche.  

  1. mutterherz1984 schreibt:

    Hallo 🙂
    unser kleinster ist ein halbes Jahr alt und er ist der dritte 🙂 Alle meine Jungs sind total verschieden. Mein Mittlerer der lief mit einem Jahr und zwar super gut. Mein größter lief mit 1,5 gerade mal. Jeder braucht seine Zeit, völlig wurscht wie weit die anderen sind. Genauso mit dem Essen. Mein größter aß mit 5 Monaten ohne Probleme der kleinste nun wollte nicht und fing jetzt mit nem halben Jahr an:-) Echt krass wie unterschiedlich Kinder sein können, fällt mir jeden Tag aufs neue auf. LG Verena

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