Weltstillwoche 2016 – Stillen und Nachhaltigkeit oder warum ich überall stille.

Es ist Anfang Oktober, der Herbst zieht bei uns allen ein. Täglich wandern gefühlte 7 Kilo Kastanien in die Wohnung. Das Mädchen hat schon die erste Erkältung hinter sich und war eine Woche zuhause, um sich etwas zu erholen. Denn, wie Susanne hier so toll schreibt: Ein krankes Kind gehört nach Hause. 

Anfang Oktober ist es auch Zeit für die Weltstillwoche. Die Aktionsgruppe Babynahrung e.V. ruft, wie jedes Jahr, dazu mit einem Motto auf. Dieses Jahr: „Stillen als Fundament für nachhaltige Entwicklung“. Stillen ist mehr als nur Nahrung – Es ist Bindung, Nähe, Wohlfühlen. Aber ist es nachhaltig? Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Stillen meist nur, wenn mal wieder eine stillende Mutter aus dem Bus geschmissen wurde oder eine Stillbeziehung vermeintlich zu lange dauert. Auf der Website der Aktionsgruppe heißt es dazu: „In einfachen Worten bedeutet nachhaltige Entwicklung eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der jetzt lebenden Menschen erfüllt, ohne dabei zu riskieren, dass künftige Generationen ihren Bedarf nicht mehr befriedigen können. Stillen ist ein Schlüssel zu solch einer nachhaltigen Entwicklung, vor allem durch die Zusammenhänge zwischen Stillen, Ernährung und Lebensmittelsicherheit; zwischen Gesundheit, Entwicklung und Überleben; zwischen Erreichung des vollständigen Bildungspotenzials und wirtschaftlicher Produktivität; und nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass das Stillen wesentlich ökologischer ist als die Alternativen.“ 

Diese Aussage zeigt, dass es auch gesellschaftlich  relevant ist, Mütter in ihrem Wunsch zu stillen zu bestärken. Ein Umfeld zu schaffen, welches Stillbeziehungen fördert und nicht gleich zu Beginn schädigt. Eine Gesellschaft mitzugestalten, in der die Ernährung eines Kindes auch als das angesehen, unterstützt und akzeptiert wird, was sie ist: natürlich. Und das aber  auch über das erste Lebensjahr hinaus.

Und darum stille ich auch überall da, wo unser Kind Hunger hat. In Bus und Bahn, im Park, im Restaurant, auf Spielplätzen, im Kinderladen des großen Mädchens, auf Kirchenbänken, in Einkaufszentren, auf Familienfeiern. Stillen gehört in die Öffentlichkeit, weil es auch ein gesellschaftliches Thema ist. Weil Kinder, wie Erwachsene so sehen, wie Babys natürlicherweise ernährt werden. Für das Mädchen ist es völlig normal ihre Puppen zu stillen, wenn sie Hunger haben. Beim Spaziergang vor einigen Wochen mussten wir kurz stehenbleiben, weil sie ihr Baby aus dem Tuch nehmen musste, es hatte Hunger. Und so saß da ein dreijähriges Mädchen, mit hochgeschobenem Kleidchen auf einem Treppenaufgang und stillte ihre Puppe. Ganz einfach eigentlich. 

Im Rahmen der Stillwoche möchte ich euch gern von unserer Stillgeschichte erzählen.  


(Müde, aber glücklich beim ersten Cafébesuch mit dem eine Woche alten Minimann nach der Abholung der Geburtsurkunde beim Standesamt) 

Hilfe für den Stillstart oder bei Fragen in der Stillzeit findet ihr übrigens bei der AfS und der Lalecheliga, dort findet ihr auch Stillgruppen in eurer Nähe. Schöne Fotos der Kampagne „Stillen ist…“ gibt es hier.

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