Oh Minimann, da bist du nun. 

Mein Minimann, nun liegst du da schon so fertig und perfekt in unserem großen Bett. Und schläfst. Die ersten Monate als Zweifacheltern liegen hinter uns und alles ist recht eingespielt, wenn auch momentan sehr anstrengend. Du zahnst (anscheinend) und deine große Schwester ist einfach 3,5. Mehr muss ich nicht sagen.

Perfekt warst du natürlich schon immer. Aber du hast mir tatsächlich sehr zu schaffen gemacht. Die anfängliche Übelkeit wuchs sich zu einer richtigen Krankheit aus und ich erkannte mich bis zum Weihnachtsfest 2015 nicht wieder. Wer war dieses kotzende, wankende, energielose Frauchen? Ich war schlecht gelaunt, müde und andauernd krank. Du hast mich wirklich in die Knie gezwungen. Das Jahr deiner Geburt startete besser und die Freude stieg.

Der Bauch wurde wirklich riesig. Denn gegen Ende kam auch der Appetit wieder und ich freute mich sehr. Dennoch blieb alles im Rahmen. Meine Kinder stehen auf Gesundes. So gab es jeden Abend Salat, körbeweise Avocado und Orangen. Einzige Sünde: große klebrige Donouts.

Hausgeburt. Das war der Plan. Wir bereiteten uns vor. Fanden schon sehr früh unsere Herzenshebamme. Ich las und wir besprachen alle „wenn…dann“ Fälle. Ein paar Wochen vor deiner Geburt überkam mich doch etwas Angst vor meiner eigenen, nennen wir es Courage. Machte ich alles richtig? Könnte ich das? Ein zweites Mal? Dein Papa war stoisch in seinem Vertrauen in mich: „Klar, schaffst du das.“ Ich konnte wochenlang schlecht schlafen, denn nun wo die Übelkeit weg war kam alles andere: Rückenschmerzen, Schlafprobleme, Klogänge, Sodbrennen.

Nein, ich war nicht gerne schwanger. Gebe ich total offen zu. Ich liebe es, das mein Körper euch beide gebaut hat. Aber ich weiß auch, was mir diese Schwangerschaften abverlangten. Wie es mir jeden einzelnen Tag dieser 40 Wochen ging. Es sind nicht nur die körperlichen Beschwerden, auch fühle ich mich total fremd in mir selbst. Ich kann dieses „auf mich achten“ ganz schlecht. Aber wenn da noch ein kleiner Mensch in dir ist, vollkommen abhängig, ist es besser das zu können. Also musste ich ein paar Gänge zurückschalten. Und das fiel mir schwer. Machte mich übellaunig und hinterließ mich irgendwie unbefriedigt.

Deine Geburt war, wie auch schon die Geburt deiner Schwester, ein kraftgebendes Ereignis. Ich bin so dankbar für zwei wirklich gute Geburten. Deine Hausgeburt hat mir mehr als alles andere meine Stärke gezeigt. Dieses Gebären zuhause war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich bin durch eure Geburten eine andere, eine stärkere Frau geworden.

Jetzt liegst du da, mein Herz. Und atmest leise. Du bist so perfekt. Ich schau dich an und denke an die Zeit von vor einem Jahr zurück. Ich war gerade die ersten Wochen schwanger. Nein, voller Freude bin ich dabei nicht. Aber ich schaue voll von Liebe auf dich und freue mich wahnsinnig auf alles was kommt.

2 Gedanken zu “Oh Minimann, da bist du nun. 

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